Cholin, ein Mitglied des Vitamin-B-Komplexes, ist ein wirksames lipotropes Mittel im Fettstoffwechsel. Es verhindert die übermäßige Fettablagerung in der Leber. Es ist wichtig für die Gesundheit der Leber. Es ist bei der Alzheimer-Krankheit und bei Gedächtnisproblemen hilfreich.

Ein Cholinmangel kann Lebererkrankungen und Arteriosklerose verursachen.

Eigentlich ist Cholin technisch gesehen kein B-Vitamin. Da es jedoch zusammen mit anderen B-Vitaminen, insbesondere Folsäure (B9) und Cobalamin (B12), im Fettstoffwechsel sowie für die Herz- und Gehirngesundheit wirksam ist, wird es dem Vitamin-B-Komplex zugerechnet.

Cholin ist außerdem für die Gesundheit der Gallenblase und der Leber, die Hormonproduktion und das zentrale Nervensystem erforderlich.

Cholin verbindet sich mit Essigsäure und bildet Acetylcholin, einen für Gehirn- und Gedächtnisfunktionen sehr wichtigen Neurotransmitter.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Cholin bei der Behandlung und sogar Vorbeugung von Erkrankungen des Gehirns und des zentralen Nervensystems wie Parkinson und Alzheimer eingesetzt werden kann. Bei Alzheimer-Patienten ist der Acetylcholinspiegel im Gehirn niedrig.

Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass Cholin bei Neugeborenen für eine gesunde Gehirnfunktion sehr wichtig ist.

Cholin schützt die Gesundheit der Leber, indem es dafür sorgt, dass die Fette in der Leber im Körper verteilt werden.

Cholin bildet Phosphatidylcholin, einen Stoff, der beim Aufbau der Zellmembran verwendet wird. Phosphatidylcholin wird bei Bedarf als Cholinquelle genutzt. In Deutschland verwenden Ärzte Phosphatidylcholin zur Behandlung von Leberentzündungen.

Quellen

Da es natürlich in jeder lebenden Zelle vorkommt, ist es in allen Arten von Gemüse und Tierfleisch enthalten. Der menschliche Körper kann Cholin aus der Aminosäure Glycin herstellen. Wir nehmen Cholin über Lebensmittel auf, die Lecithin enthalten. Lecithin wird im Körper abgebaut und in Cholin aufgespalten. Reis, Eier, rotes Fleisch, Leber, Kohl, Blumenkohl, Sojabohnen, Kichererbsen, Linsen, grüne Bohnen, Erbsen und Sonnenblumenlecithin enthalten Cholin. Außerdem wird Lecithin Lebensmitteln wie Eiscreme, Margarine, Mayonnaise und Schokolade zugesetzt, damit sich das enthaltene Fett und Wasser miteinander verbinden.

In unserer täglichen Ernährung sind zwischen 300 und 1000 Milligramm Cholin enthalten. Bei erwachsenen Frauen sind 425 Milligramm, bei Männern 550 Milligramm ausreichend. Schwangere sollten 450 mg, stillende Mütter 550 mg einnehmen.

Cholinmangel

Ein isolierter Mangel daran ist in der Praxis nicht feststellbar. Er tritt meist zusammen mit einem Eiweißmangel auf. Diese Symptome entstehen entweder experimentell oder zusammen mit einem Mangel anderer Vitamine.

Der Fettstoffwechsel ist gestört. Fett beginnt sich im Körper, insbesondere in der Leber, anzusammeln.

Die Integrität und Festigkeit der Zellmembranen werden beeinträchtigt. Dieses Problem, das durch Cholinmangel entsteht, zeigt sich besonders in der Myelinscheide der Nervenfasern.

Cholinüberschuss

Ein bestimmtes Krankheitsbild wurde nicht definiert. Wenn es nicht über die Nahrung, sondern in hoher Dosierung in Form von Arzneimitteln eingenommen wird, kann es bei Personen mit einer zugrunde liegenden Epilepsie (= Fallsucht) diese auslösen.

Therapeutische Verwendung von Cholin

In Kombination mit anderen B-Vitaminen hat es ein breites Einsatzgebiet. Heute sind die Wirkungen in jedem Anwendungsbereich wissenschaftlich noch nicht eindeutig belegt. Typische Anwendungsgebiete sind:

  • Bei Störungen der Nervenleitung, Gedächtnisproblemen, Muskelzuckungen, Herzklopfen und Alzheimer-Krankheit sowie bei der Huntington-Chorea
  • Bei Leber- und Nierenerkrankungen wie Hepatitis und Zirrhose
  • Zur Linderung von Nebenwirkungen bestimmter Medikamente, zum Beispiel bei Phenothiazin-haltigen Arzneimitteln, die sogenannte tardive Dyskinesien mit Verkrampfungen und Spasmen der Gesichtsmuskulatur verursachen
  • Außerdem wird es bei Kopfschmerzen, Anspannung, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Glaukom und ähnlichen Augenproblemen sowie bei Ohrgeräuschen und anderen Ohrbeschwerden empfohlen
  • Es wird empfohlen, um erhöhtes Cholesterin im Blut und Arteriosklerose, Gallensteine, Bluthochdruck sowie das Risiko eines Herzinfarkts zu verringern.