Warnung: Patienten mit hohem Blutdruck sollten keine Kamille verwenden. Es sollten nicht mehr als 3 Tassen pro Tag getrunken werden.

Die Echte Kamille (Matricaria chamomilla L.) ist in unserem Land unter den Namen gewöhnliche Kamille, Babunç, medizinische Kamille oder einfach Kamille bekannt. Sie wächst typischerweise auf lehmigen Böden, auf Waldwiesen und in Getreidefeldern. Sie unterscheidet sich von der wilden Kamille dadurch, dass die Basis der gelben Blüte hohl ist und ihr Geruch wirksamer ist. Die Blüten sollten von Mai bis August in der Mittagssonne gesammelt werden.

Vorteile und Anwendungsbereiche

Bei Kindern kann sie insbesondere bei Krämpfen und Bauchschmerzen verabreicht werden. Sie hilft bei Gasansammlungen, Durchfall, Hautausschlägen, Magenbeschwerden und Verschleimungen. Sie ist auch nützlich bei Menstruationsstörungen, Gebärmutterbeschwerden, Schlaflosigkeit, Hodenentzündung, hohem Fieber, Wunden und Zahnschmerzen.

Sie hat schweißtreibende, beruhigende und krampflösende Wirkungen. Bei jeder Art von Entzündung, insbesondere Schleimhautentzündungen, wird sie als Desinfektionsmittel und entzündungshemmendes Mittel eingesetzt. Bei Augen- und Augenlidentzündungen wird sie als Kompresse, bei Zahnschmerzen als Gurgellösung und zur Wundspülung äußerlich angewendet.

Sie ist auch wertvoll für die Haut- und Haarpflege. Wenn das Gesicht einmal pro Woche mit dem aufgekochten Pflanzenwasser gewaschen wird, erfrischt sich die Haut und erhält eine gesunde Farbe. Bei hellen Haaren verleiht Kamillenwasser dem Haar Glanz. Kamillensalbe kann gegen Hämorrhoiden verwendet werden, Kamillendampf gegen Schnupfen und Sinusitis.

Anwendungsformen

Tee: Ein halber oder ein Teelöffel Blüten wird mit einer Tasse kochendem Wasser aufgegossen (nicht gekocht), 8-10 Minuten ziehen gelassen, abgeseiht und getrunken.

Badezusatz: Für ein Vollbad werden vier Handvoll, zum Gesichts- oder Haarwaschen eine Handvoll Kamille 10 Minuten in kochendem Wasser ziehen gelassen und dann dem Badewasser zugesetzt.

Kompresse: Eine Tasse kochende Milch wird über einen Esslöffel Blüten gegossen, 8-10 Minuten ziehen gelassen, der Rückstand abgeseiht und dann mit der warmen Milch eine Kompresse gemacht.

Kräuterkissen: Ein aus Leinenstoff gefertigtes Kissen wird mit getrockneten Blüten gefüllt und die Öffnung zugenäht. Es wird in einer trockenen Pfanne erwärmt und auf das erkrankte Organ gelegt.

Kamillenöl: An sonnigen Tagen gesammelte Blüten werden locker in eine Flasche gefüllt, mit nativem Olivenöl übergossen. Die Flasche wird 14 Tage lang unter gelegentlichem Schütteln und Öffnen des Deckels in der Sonne stehen gelassen; dann wird es durch ein Mulltuch gesiebt und in dunklen Flaschen aufbewahrt.