Krebspatienten sollten wissen, dass pflanzliche Mischungen und Vitaminpräparate mit der Behandlung interagieren können. Prof. Dr. İsmail Çelik vom Hacettepe-Universitäts-Onkologieinstitut gibt wichtige Warnungen zu diesem Thema.

Pflanzliche Mischungen und Vitaminkapseln

Pflanzliche Mischungen und Vitaminkapseln sollten vor, während und nach der Krebstherapie nicht verwendet werden. Pflanzliche Produkte sind nicht steril und können Pilzsporen und verschiedene Bakterien enthalten. Die Nebenwirkungen dieser Produkte können sich mit Chemotherapie-Nebenwirkungen vermischen und zu Dosisreduktionen und unvollständiger Behandlung führen. Da sie häufig Blutungen verursachen, können sie bei Krebspatienten eine ernsthafte Gefahr darstellen.

Beta-Carotin erleichtert insbesondere bei Rauchern die Entwicklung von Lungenkrebs. Alle Antioxidantien können die Wirkung von Chemo- und Strahlentherapie potenziell verringern. Eine Analyse mit über 200.000 Patienten, die Vitamin A, E und Beta-Carotin verwendeten, zeigt ein höheres Sterberisiko. Mineralien, die Kalzium, Magnesium und Kalium enthalten, können bei Patienten mit Knochenmetastasen oder hohem Kalziumspiegel problematisch sein.

Zu beachtende Pflanzen

Brennnessel: Wirkt sich negativ auf die Blutgerinnungszellen aus; kann sich mit Chemotherapie-Nebenwirkungen vermischen.

Knoblauch: Bei übermäßigem Verzehr oder in Tablettenform kann es zu Blutungsproblemen führen; kann die Wirksamkeit der Chemotherapie verringern. Personen, die Cumarin verwenden oder Chemo-/Strahlentherapie erhalten, wird empfohlen, Knoblauch zu meiden.

Ginkgo Biloba (Japanischer Ginkgo): Erhöht die Blutungsneigung. Besonders für Personen, die blutverdünnende Medikamente (Cumarin/Heparin) einnehmen, birgt es das Risiko tödlicher Blutungen. Sollte während Chemo- und Strahlentherapie auf keinen Fall verwendet werden.

Echinacea (Sonnenhut): Kann die Wirksamkeit einiger in der Leber abgebauter Medikamente verringern. Personen, die Iressa, Tarceva, Irinotecan, Topotecan, Cyclophosphamid, Taxol, Vincristin und Vinblastin einnehmen, sollten es meiden.

Grüner Tee (hochdosierte Tabletten): Kann zu Magenbeschwerden, Durchfall und Krämpfen führen.

Johanniskraut (Hypericum perforatum): Kann den Blutspiegel und die Wirkung von Krebsmedikamenten verringern. Chemotherapiepatienten sollten es auf keinen Fall verwenden.

Fetthenne: Verringert die Wirksamkeit von Chemotherapeutika; kann die Lebertoxizität erhöhen.

Heidelbeere: Sollte von Personen mit Blutungsproblemen, unter Chemo-/Strahlentherapie und Cumarin-Anwendern nicht konsumiert werden.

Traubenkernextrakt: Kann in hoher Dosierung mit Medikamenten wie Iressa, Taxol, Vincristin und Platin interagieren.

Soja und Ginseng

Sojaprodukte können aufgrund der östrogenen Wirkung ihrer Isoflavone bei Patienten mit Brust- und Gebärmutterkrebs schädlich sein. Die in Soja enthaltene Substanz "Genistein" kann die Wirksamkeit von Tamoxifen verringern. Da einige Ginseng-Präparate ebenfalls östrogenhaltige Substanzen enthalten, sollten sie von Brust- und Gebärmutterkrebspatientinnen nicht verwendet werden.

Haifisch- und Rinderknorpel

Können zu erhöhten Kalziumwerten führen. Können für Patienten mit Knochenmetastasen oder für Personen, die Kalzium und Vitamin D einnehmen, problematisch sein. Können Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden und allergische Reaktionen verursachen.

Alternative Methoden

Akupunktur hat keinen direkten Platz in der Krebsbehandlung; sollte nicht angewendet werden, wenn Blut- und Gerinnungszellen niedrig sind. Bei Methoden wie Aromatherapie, Massage, Yoga und Meditation wird bei Patienten mit Knochenmetastasen aufgrund des Frakturrisikos zur Vorsicht geraten.